Bei der Ernte wird auch sonntags gearbeitet, der Stall muss immer sauber abgefegt sein, und wenn die Mutterkuh ihr Kalb nicht annimmt, wird es von Hand aufgezogen. Marko ist Auszubildender in einem großen Agrarbetrieb im Nuthe- Urstromtal, 60 km südlich von Berlin. Besteht er seine Abschlussprüfung, ist er Landwirt. Ob er das überhaupt sein will, weiß er nicht. Außerhalb der Arbeit hat er wenig Kontakte, die elf anderen Auszubildenden halten ihn für einen verschlossenen Einzelgänger. Aber als Jacob, ein neuer Praktikant, im Betrieb auftaucht, wagt sich Marko langsam aus der Rolle des Außenseiters heraus...
Eine iranische Mittelstandsfamilie wird durch das sexuelle Erwachen der Tochter und die gefährliche Obsession ihres Bruders herausgefordert.
Ein faszinierender Film über den Wunsch nach Freiheit und die Spannung zwischen Moderne/Tradition sowie Wissenschaft/Religion. Ausgezeichnet gespielt, kunstvoll gefilmt und kurzweilig sowie erdrückend erzählt. Sehr sehenswert. (outnow.ch)
Hanna glaubt Zeichen des Schicksals zu erkennen und richtet ihr Leben danach aus. Sie beginnt eine Beziehung mit Ludwig, einem geradezu perfekten und gefühlvollen Mann. Dann kehrt Robert nach acht Jahren in Wien in seine Heimatstadt Linz zurück und versucht Anschluss an die alte Clique, zu seiner letzten Freundin Lilli - Hannas Schwester - zu finden. Hanna empfängt das ungewöhnlichste Zeichen ihres Lebens und riskiert ihre Liebe und die Beziehung zu ihrer Schwester. Ein turbulenter Reigen der Gefühle im Hexenkessel einer Kleinstadt nimmt seinen Lauf. - Indisches Essen, offene Käfigtüren und die Donau weisen den Weg in die Befreiung aus der eigenen Umklammerung.
Der Film zeigt zwei Meister auf ihrem Terrain - Elfriede Ott und Johnny Raducanu.
Der Pianist und die Schauspielerin - beide erscheinen brutal, wenn man einen Einblick in ihre Kunst erhält. Schüler werden zerstört, um danach geformt und neu erschaffen zu werden. Sowohl Ott als auch Raducanu sind immer auf der Suche nach einer fast spirituellen Authentizität. In ihrer Kunst des Unterrichtens allerdings könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein. Der Film zeigt all diese Kontraste auf den verschiedenen Ebenen; Wien und Bukarest erscheinen im grellem Licht und doch vermutet man eine gewisse Wahlverwandtschaft am Ende des Horizonts: Beide sind für immer junge Meister.
Sehnsüchtige Begierde, stechende Eifersucht, zarte Hoffnung: Xavier Dolan, bekannt geworden mit I KILLED MY MOTHER (2009), gelingt es auf berückende Weise, amouröse Gefühle in Szene zu setzen. Er macht Anleihen bei Wong Kar-Wai, Pedro Almódovar, François Ozon und hat dabei doch einen ganz eigenen Stil. HERZENSBRECHER ist ein Film von betörender Eleganz, aufregend wie die Liebe selbst - und zum Niederknien schön!
Wie knackt man am besten einen Jackpot? Wie kommt man schnell ans große Geld? Fragen wie diese sind wohl für niemanden leicht zu beantworten. Auch nicht für die beiden Freunde der neorealistischen Komödie BARTHALO!, den „Big Hat-Gipsy“ Lali und seinen ungarischen Kompagnon Lóri. Oft sind die Vorhaben der beiden nicht gerade vom Erfolg gekennzeichnet, und wenn, dann ist er nicht von langer Dauer...
Aus dem Satz eines Kritikers „Hören Sie bitte damit auf, Filme zu machen“, entwickelt Peter Kern seinen Film KING KONGS TRÄNEN. Als sein Alter Ego Peter Gläubiger auf (s)eine Kritikerin trifft, entlädt sich sein aufgestautes Rachepotenzial. Umgekehrt will auch sie sich rächen - an bedeutungsloser Kunst. Dazwischen politischer „Alltag“ (im Gemeindebau). Kern'sche Realität im Trash-Korsett, irgendwo zwischen Wirklichkeit und Obsession.
Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, drittgrößte Stadt Afrikas. Hier wohnen fast zehn Millionen Menschen, die zu den ärmsten Bewohnern unseres Planeten zählen. Es ist die Heimat des einzigen Symphonieorchesters Zentralafrikas - L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste.
KINSHASA SYMPHONY zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester. Ein Film über den Kongo, über die Menschen und über die Musik.
Delia Fratila hat im Preisauschreiben eines Saftherstellers ein Auto gewonnen und fährt nun in Begleitung ihrer Eltern in die Großstadt, um dafür in einem Werbespot aufzutreten. Spaß hat sie dabei nicht viel: Die Dreharbeiten sind anstrengend und zwischen den endlosen Wiederholungen der albernen Szene kommt es zu zermürbenden Auseinandersetzungen mit ihren Eltern, die sehr eigennützige Vorstellungen davon haben, wozu der Hauptgewinn dienen soll.
Im Leben des verschlossenen Pfandleihers Clemente hat alles seine genaue Ordnung. Tagein, tagaus kommen Leute aus dem Viertel zu ihm und bitten ihn um Geld, kleine Beträge nur, die er sorgsam in sein Buch einträgt und für die er sich von seinen Kunden entsprechende Sicherheiten geben lässt. Als er eines Tages ein Baby in seiner Wohnung findet, gerät diese schöne Ordnung des Gebens und Nehmens aus dem Gleichgewicht...
Österreich hat endlich eine Bundeskanzlerin - und was für eine! Dr. Sieglinde Führer regiert mit eiserner Hand. Die Braven und Anständigen im Land triumphieren. Nur zwei junge Medizinstudenten, ein geistig Behinderter und eine Prostituierte sind unbelehrbar. - TODESPOLKA ist eine cineastische Reflexion auf die tragikomische politische Entwicklung in Österreich. Die Handlung ist frei erfunden und hat mit den Vorgängen rund um die anstehenden Gemeinderatswahlen in Wien fast gar nichts zu tun.
Regisseur Adrián Biniez erzählt mit wunderbar trockenem Humor von einem großen Gefühl, das ein verliebter Mensch sonst nur ganz allein erfährt und zaubert eine der wohl schönsten Liebes-erklärungen des Gegenwartskinos auf die Leinwand. Mit präziser Situationskomik und lakonischem Unterton inszeniert, ist GIGANTE eine einfühlsame und subversive Liebeskomödie - über einen Menschen zwischen Liebe und Einsamkeit, zwischen Sehnsucht und Unsicherheit.
Keine reine Komödie, aber auch keine Tragödie. Ein bisschen von allem. Wie das Leben eben. - In RUSALKA verbinden sich alte Mythen und jugendliche Imagination zu einer surrealen Großstadtromanze. Und ebenso „traumhaft“ wie deren Handlung ist der visuelle Stil, in dem Anna Melikian von den Abenteuern ihrer ins Binnenland gespülten „Meerjungfrau“ erzählt.